Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 51

Hautflügler oder Hymenopteren nennt man diejenigen Insekten, welche 5 Tarsenglieder, beißende Mundwerkzeuge und eine Verwandlung mit Puppenruhe besitzen. Die Flügel fehlen entweder ganz (s. Tafel 67/68 Abb. 22), oder es sind vier häutige Flügel vorhanden (s. Tafel 67/68 Abb. 21). Die Gruppen, soweit sie dem Laien in unsern Kolonien besonders auffallen, lassen sich etwa folgendermaßen unterscheiden: Bei den Blatt- und Holzwespen ist der Hinterleib nach vorn kaum verschmälert und sitzt breit dem Thorax an. Bei den Schlupfwespen befinden sich zwischen den Hüften und Schenkeln der Hinterbeine zwei Schenkelringe, bei den Ameisen zwischen dem Vorder- und Hinterkörper entweder eine aufrechte Schuppe oder ein bis zwei Knötchen (s. Tafel 67/68 Abb. 22). Bei den echten Wespen oder Faltenwespen sind die Flügel in der Ruhe der Länge nach gefaltet. Bei den Bienen (s.d.) ist das erste Glied der Hintertarsen verbreitert und beim Weibchen meist in eine Bürste umgewandelt, während bei den Grabwespen und verwandten das erste Glied der Hintertarsen fast walzig ist.

Dahl.