Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 16

Handelsbank für Ostafrika. Die H. f. 0. ist am 12. Jan. 1911 als Deutsche Kolonialgesellschaft mit einem Kapital von 3 Mill. M, auf welches 50% eingezahlt wurden, gegründet worden. Ihren Sitz und allgemeinen Gerichtsstand hat die Bank in Berlin, eine Zweiganstalt der Bank hat ihren Geschäftsbetrieb in Tanga am 1. Dez. 1911 begonnen. Die Bank ist berechtigt, in Deutsch- Ostafrika und den benachbarten und Hinterlandsgebieten Zweigniederlassungen zu errichten. Aufgabe der Bank ist, Bankgeschäfte jeder Art zu betreiben, insbesondere den Geld- und Kreditverkehr in Handel, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft Deutsch-Ostafrikas und der benachbarten und Hinterlandsgebiete zu fördern. Von dem Grundkapital haben übernommen die Deutsch- Ostafrikanische Gesellschaft 1527500 M, die Deutsche Bank und die Direktion der Diskontogesellschaft je 270000 M und eine Reihe erster Bankfirmen den Restbetrag. Zur Erhöhung des Grundkapitals über 5 Mill. M bedarf es der Bestätigung des Reichskanzlers. Die Dauer der Bank ist nicht beschränkt. Die Bilanz für 31. Dez. 1912 enthielt an wichtigeren Positionen: Kasse und Sorten mit 156959 M, Wechsel in Höhe von 324732 M, Bankguthaben von 627639 M, Forderungen von 371553 M und Beteiligungskonto von 1100 000 M. Das Kreditorenkonto betrug 1023 719 M. Es ergab sich für das Ge- schäftsjahr ein Gewinn von 96289 M. Die Dividende betrug 1912 5% und 1913 6 ½ %.

Zoepfl.