Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 759

Großfußhühner oder Wallnister, Megaodiidae, Hühnervögel mit langen, gestreckten Krallen. Der Kopf ist meistens unbefiedert. Australien, Neuguinea und einzelne Inseln des polynesischen und maayischen Archipels sind die Heimat der G. In ihrer Lebensweise sind sie darin recht eigenartig, daß sie nicht nach Art anderer Vögel ihre Eier ausbrüten. Vielmehr scharren sie aus trockenem Laub und anderen Pflanzenresten einen Haufen von oft mehr als Meterhöhe zusammen, legen in diesen hinein die Eier, die ,verhältnismäßig groß sind, Walzenform. und weiße bis hellzimtbraune Schale haben, und überlassen die Zeitigung der Wärme, die durch Zersetzung der aufgehäuften Pflanzenreste erzeugt wird. Die Eier sind in der ]Regel in einem Kreise in der Mitte des Brathaufens verteilt und aufrecht gestellt. Das Männchen beteiligt sich hauptsächlich an der Herrichtung des Bruthügels und beaufsichtigt auch die Entwicklung der Jungen. Einige Arten, die auf Inseln mit vulkanischem Boden leben, legen ihre Eier in den warmen Lavasand und überlassen der Sandwärme die Zeitigung. Die Jungen schlüpfen mit vollständig *entwickelten Federn aus dem Ei und sind bereits nach einigen Tagen flugfähig. - Auf Neuguinea sind zwei Gattungen vertreten. Die Dickschnabelhühner, Talegallus, haben sehr hohen Schnabel, der an der Wurzel bedeutend höher als breit ist, die Mittelzehe ist wesentlich länger als die beiden anderen etwa gleichlangen Vorderzehen (T. Iongicaudus). Die G. im engeren Sinne, Megapodius (Vertreter M. brunneiventris) haben dünneren Schnabel, der in seiner ganzen Länge ungefähr ebenso hoch wie breit ist; alle drei Vorderzehen sind ungefähr gleichlang, der Schwanz ist kaum halb so lang wie der Flügel. - Die Bismarckinseln beherbergen die ihnen eigentümliche Art Megapodius eremita, die Marianen M. perousei, die Palauinseln M. senex. Auf den Karolinen kommt keine Art vor.

Reichenow.