Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 736

Gewürznelken, die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaums (Caryophyllus aromaticus Tr., aus der Familie der Myrtaceen). Die Pflanze stammt von den Molukken und südlichen Philippinen; zu Beginn des vorigen Jahrhunderts nach Sansibar und Pemba ein geführt. Die Produktion dieser beiden Inseln beherrscht den Nelkenmarkt im Welthandel. In Deutsch-Ostafrika werden G. vereinzelt kultiviert (s. bei Stuhlmann). Erste Vollernten (2 - 4 kg pro Baum) liefert der Nelkenbaum im Alter von etwa 6 Jahren. Die Gewürznelken enthalten 16 - 20 % ätherisches Öl, dessen bei weitem vorwiegender Bestandteil, zugleich Träger des Geruchs und des brennenden Geschmacks, das Eugenol ist, ein Körper aus der Klasse der Phenole.

Literatur: Warburg in Englers Pflanzenwelt Ostafrikas, Tl. B, 273 ff. 1895. - Busse in Schenck u. Karsten, Vegetationsbilder, VI. Reihe Heft 7. 1908. (Daselbst weitere Literatur.) Stuhlmann, Beitr. z. Kulturgeschichte Ostafrikas, 278 ff. 1909.

Busse.