Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 667

Frösche (Froschlurche, Batrachia, Anura), Ordnung der Amphibien, gekennzeichnet durch den kurzen, gedrungenen, im ausgebildeten Zustande mit vier wohlentwickelten Gliedmaßen versehenen, schwanzlosen Körper. F. finden sich in allen Erdteilen, besonders zahlreich in den Tropen. Infolge ihrer Abhängigkeit vom Wasser, in dem ihre Larven sich entwickeln müssen, sind sie jedoch in verhältnismäßig trockenen Gebieten, wie etwa Deutsch - Südwestafrika, spärlich vertreten und fehlen in eigentlichen Wüstengebieten gänzlich. Um so zahlreicher sind sie im feuchten Urwalde. Eine Reihe von Arten sind durch merkwürdige Formen der Brutpflege, die gewöhnlich vom Männchen ausgeübt wird, bemerkenswert. Die F. zerfallen nach dem Vorhandensein oder Fehlen der Zunge in zwei Unterordnungen: Zungenfrösche (Phaneroglossa) und Zungenlose (Aglossa). Zur ersten Gruppe zählt die große Mehrzahl aller F., so sämtliche europäischen Arten. Hierher gehört auch der größte aller Froschlurche, der Riesenfrosch (s.d.) Kameruns (Rana goliath), und der Flugfrosch der Sundainseln (Rhacophorus reinhardti). Zu den Zungenlosen rechnet u.a. die amerikanische Wabenkröte (Pipa americana) und die afrikanische Gattung der Krallenfrösche (Xenopus), die in mehreren Arten Süd- und Mittelafrika bewohnt. Viele Froschlurche werden auch ihres wohlschmeckenden Fleisches wegen als Nahrungsmittel geschätzt, und einige tropische Arten haben als solches eine gewisse Bedeutung.

Sternfeld.