Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 645

Flughühner oder Steppenhühner, Pterolidae, den Tauben in ihrer Gestalt ähnliche Vögel, aber mit auffallend kurzen Füßen und sehr spitzen Flügeln. Die Läufe sind befiedert, die Hinterzehe fehlt oder ist sehr kurz. Im Skelettbau, in Form und Farbe der Eier und in der Lebensweise stehen sie den Regenpfeifern näher als den Hühnern. Sie bewohnen Afrika, das mittlere und südliche Asien, Südeuropa, die Kanarischen Inseln und Madagaskar. Steppen und Wüstengelände bilden ihren Aufenthalt. Man trifft sie oft in gänzlich wasserlosem Gelände, von wo sie dann täglich abends in großen Scharen auf weite Entfernung zur Tränke Fliegen. Während der Fortpflanzungszeit leben sie paarweise, nisten jedoch meistens in größeren Gesellschaften in unmittelbarer Nähe beieinander, sonst scharen sie sich in große Völker zusammen. Als Nest dient eine in den Sand gescharrte Vertiefung. Die Eier, in der Regel 2 - 4, sind walzenförmig und auf blaßbraunem, oder weißlichem Grunde rotbraun und veilchenfarben gefleckt. Die Nahrung besteht in Insekten und Sämereien. Der Flug ähnelt dem der Regenpfeifer und Tauben. Die Stimme besteht in pfeifenden oder schnalzenden Tönen. Das Gefieder ist meistens oberseits sandfarben, schwarze oder weiße Binden befinden sich an Stirn und Brust. In Ostafrika ist Pterocles decoratus häufig, in Südwestafrika Pteroclurus namaquus, in Westafrika Pteroclurus senegallus. Bei den beiden letzteren sind die mittelsten Schwanzfedern sehr lang und lanzettförmig verschmälert.

Reichenow.