Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 587

Eßbare Erde. In Neuguinea, Ozeanien, aber auch in vielen Teilen Afrikas werden von den Eingeborenen gewisse fette, oft rot gefärbte Tone gegessen (Geophagie), nicht oder nicht wesentlich zur Beschwichtigung des Hungergefühls, sondern meistens aus abergläubischen und sozusagen medizinischen Gründen, auch als Folge der Wurmkrankheit (s. Ankylostomum duodenale). Die eßbaren Erden Neu-Guineas und Ozeaniens sind zum Teil genauer untersucht und haben sich als rote bzw. orangefarbige, sehr fette oder auch ziemlich magere, eluviale Produkte (Zersetzungsreste von Korallenkalk = Terra rossa, lateritartige Zersetzungsprodukte kristalliner Gesteine) von eigentümlich aromatischem Geruch und spezifischem Geschmack erwiesen. Ganz weiße Tone, die durch Einwirkung von Kohlensäurequellen (s.d.) auf Basalt entstanden sind, werden bei Jabassi in Kamerun gegessen.

Gagel.