Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 243 f.

Brückenbau. Da der Wegebau in den Schutzgebieten noch wenig entwickelt ist, so beschränken sich die größeren Bauausführungen im B. vorwiegend auf die Brücken zur Überschreitung von Strömen und Bächen im Zuge der Eisenbahnen. Durchlässe und kleine Brücken in Haustein, Ziegeln oder auch in Beton, mit Eisen bewehrt, gewölbt oder mit massiven Pfeilern und eisernem Tragwerk, letzteres auch mit Beton umkleidet, kommen bei den Straßen- und Eisenbahnbauten vielfach vor zur Abführung der in der Regenzeit sehr erheblichen Niederschläge (s.a. Steinbrücken). Bei größeren Spannweiten muß man auf gewölbte Ausführungen einstweilen noch verzichten, weil hierzu, insbesondere wegen der erforderlichen Lehrgerüste, die eingeborenen Arbeitskräfte noch nicht genügend geschult sind. Den Brücken aus Beton mit Eiseneinlagen dürfte eine zunehmende Anwendung gesichert sein, weil man hierbei von der Beschaffung von Ziegeln oder Werkstein unabhängig ist und Zement und Eisenteile sich als Trägerlasten leicht zu jeder Baustelle heranschaffen lassen; bei der Bauausführung ist allerdings sachverständige Aufsicht unbedingt notwendig. Hölzerne Brücken kommen nur als Bauwerke von beschränkter Dauer zu vorübergehender oder vorläufiger Benutzung in Frage, z. B. zur Umfahrung von Baustellen, wo die Herstellung des endgültigen Bauwerks längere Zeit erfordert, u. dgl. Bei Brücken von größeren Spannweiten handelt es sich im Straßen- und Eisenbahnbau der Schutzgebiete durchgängig um Eisenbrücken (s.d.), von denen neuerdings auch bereits einige bemerkenswerte Ausführungen vorliegen. Baltzer.