Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 192

Betelnuß. Die etwa hühnereigroßen, ovalen Früchte der Betelpalme enthalten in einer außen faserigen, innen härteren Schale einen walnußgroßen, halb ovalen, auf der einen Seite abgeflachten Kern, die sog. Betel-, Areka oder Pinangnuß. Durchschnitten zeigt sie ein marmoriertes Aussehen, ähnlich wie die Muskatnuß. Im frischen Zustande ist sie weich und leicht schneidbar, alt dagegen hart und brüchig. Die Kerne enthalten reichlich Gerbstoff, der wohl für das Betelkauen der wesentlichste Bestandteil ist, beträchtliche Mengen Fett und schließlich einige Alkaloide. Diese sind in größeren Mengen stark narkotisch. In den gewöhnlichen Betelnüssen sind sie aber in so geringer Menge vorhanden, daß ihre Wirkung beim Kauen nicht zur Geltung kommt. Es soll jedoch Abarten geben, die stark giftig wirkende Samen haben. Die Betelnüsse dienen in erster Linie in dem Verbreitungsgebiet der Palme als Kaumittel (s. Betel). Eine kleine Menge gelangt in den europäischen Handel und findet dort Verwendung als Wurmmittel. Die Asche der Kerne soll ein gutes Zahnpulver geben.

Voigt.